Teil eines Werkes 
Die Witwe und ihre Kinder : 2. Band (1864)
Entstehung
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I.

Die Zeit bis Weihnachten verging unter Arbeit und Fleiß ſehr ſchnell in dem kleinen Ackersberg.

Eugen ſchrieb regelmäßig jede Woche, und aus ſeinen Briefen ließ ſich abnehmen, daß er in einer ernſten Gemüthsſtimmung war. Oft ſchien ein Ge⸗ präge von Schwermuth ihnen aufgedrückt zu ſein, aber dieß gab ſich nur in den Briefen an die Mutter deutlicher zu erkennen.

Wäre Nina eine ſchwache Mutter geweſen, ſo hätte ſie darunter gelitten, aber ſie ſah ein, daß Eugens einzige Rettung darin beſtand, wenn er die bittern Früchte ſeines leichtſinnigen Lebens zu ſchmecken bekam.

Elma hatte die Tage bis Weihnachten gezählt, wo ſie Eugen wieder ſehen ſollte. Thekla arbeitete eifrig für die neuen Lektionen, ohne jedoch eine ein⸗ zige von den Stunden zu verſäumen, welche die Mutter ihrem Unterricht widmete, und überdieß nahm ſie mit den andern Mädchen an allen Haushaltungs⸗ geſchäften Antheil. Obwohl der Kapitän ihr ein väterliches Wohlwollen bezeigte, blieb ſie doch ſchweig⸗ ſam und zurückgt zogen gegen ihn, ohne daß er je⸗ doch dieſe eben nicht ſehr freundliche Geſinnung im

Mindeſten zu beachten ſchien⸗