Teil eines Werkes 
Die Witwe und ihre Kinder : 1. Band (1864)
Entstehung
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los machte und ſich umſah, war der Kapitän fort. Sie reichte ihrem Sohn die Hand mit den Worten:

Komm' und ſetze dich zu mir, Eugen; es iſt mir, als ob wir einander nach ſo langer Trennung viel zu ſagen hätten.

Eugen führte der Mutter Hand an ſeine Lippen.

O, meine geliebte, theure Mutter. Du weißt nicht, wie ſehr ich mich vergangen, wie tief ich Dich gekränkt habe, dadurch, daß ich mich einem Leben hingab, welches Deines Sohnes unwürdig war. Ach! ich fürchte, wenn Du wüßteſt, wie ſchuldig ich bin, Du würdeſt mich nicht ſo, wie es eben geſchah, umarmt haben.

Ich kenne Deine Verirrungen, antwortete Nina; ich weiß Alles. Eine Mutter beweint die Fehler ihr Kinder, aber ſie verzeiht, denn ſie liebt.

O, meine Mutter, Deine Güte und Deine Nach⸗ ſicht enthalten eine bittere Anklage, da ich fühle, daß ich beide nicht verdient habe. Vorwürfe wür⸗ den mir viel weniger ſchmerzlich geweſen ſein, ſtam⸗ melte Eugen tief gerührt.

Eugen, laß uns nicht mehr von der Vergangen⸗ heit reden, halten wir uns vielmehr an die Gegen⸗ wart. Welchen Entſchluß haſt Du für die Zukunft gefaßt, mein Knabe?

Mama, ich habe mir vorgenommen, durch ſtrenge und anhaltende Arbeit die verlorne Zeit hereinzu⸗ bringen und für die nächſten Ferien mir eine Haus⸗ lehrerſtelle zu ſuchen.

Es freut mich, ſo Dich reden zu hören; aber

wie ſoll es mit deinen Schulden gehen?

Nijna betrachtete ihren Sohn aufmerkſam. Eine