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len, Madame, jeden Wunſch von einer ſo hochge⸗ ſinnten Frau wie Sie zu erfüllen.“
Nina verneigte ſich leicht und fuhr mit jenem bezaubernden, milden und liebenswürdigen Ausdruck, welcher ihr ſo eigenthümlich war, fort:
„Ich wünſche wohl, Ihr Lob zu verdienen, aber leider bin ich weder ſo hochgeſinnt noch ſo bewun⸗ dernswerth, als Sie von mir glauben. Ich bin recht und ſchlecht nur eine etwas ſtolze Frau, welche das Bewußtſein nicht ertragen könnte, ihre Pflichten nicht nach beſten Kräften erfüllt zu haben. Ueber⸗ dieß treibt mich die Liebe zu meinen Kindern, nach beſter Ueberzeugung zu handeln. Glauben Sie, daß es eine Mutter gibt, ſo mangelhaft ihre Erziehung auch geweſen ſein mag, welche nicht den Wunſch hegte, ihr)e Bemühungen gelingen zu ſehen?⸗
„Das glaube ich ſicherlich, wofern das Reſultat von ſelbſt’, ohne all ihr Zuthun, käme. Aber Ma⸗ dame. laſſen Sie mich nunmehr hören, in welcher Hinſicht ich Ihnen von Nutzen ſein kann,“
„Sie ſagten, Sie haben Freunde in Upſala. Wollten Sie nicht durch dieſelben meinem Sohn einige Schüler, oder, wenn es möglich wäre, eine Stelle als Informator verſchaffen?“
„Ich will mir alle Mühe geben und hoffe, daß es gelingen ſoll.“
„Ich danke Ihnen,“ ſagte Nina und reichte ihm die Hand.
„Bewilligen Sie mir jetzt auch eine Bitte!“
„Recht gern.“
„Beſuchen Sie Eugen nicht eher, als bis wir uns morgen Vormittag wieder getroffen haben.“


