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jene einer ſolchen entbehren mußten.— Sie opferte Alles für die Mutterliebe.
„Von dem ſiebenten Jahre des Sohnes, bis er Student wurde, und ſelbſt nach dieſer Zeit noch, ſtand ſie jeden Morgen in aller Frühe auf, um durch Handarbeit ſich die Mittel zu ſeiner Erzie⸗ hun zu verſchaffen. Seine erſte Lehrerin war ſie elbſt.
„Nun wohl, meine jungen Freunde, was ſagen Sie dazu? Würde wohl Einer unter Ihnen, im Fall er eine ſolche Mutter gehabt hätte, es über ſich bringen, eine einzige Stunde bei einem Trinkgelage oder leerem Zeitvertreib zu verſchleudern? Gibt es wohl Einen unter Ihnen, welcher zum Lohn für ſo viele Leiden, für ſo große Liebe ihr den bitterſten aller Schmerzen, der eine Mutter treffen kann, näm⸗ lich den, ihr Kind dem Laſter und der Ausſchwei⸗ fung ſich hingeben zu ſehen, je verurſachen möchte?“
Der Kapitän hielt an und ſchaute ſich um. Auf den Geſichtern der Jünglinge war ein Ausdruck von Scham zu leſen. Endlich brach ein Student das Stillſchweigen, indem er ſein Glas faßte und aus⸗ rief: 1
„Die Wittwe und ihr Sohn ſollen leben, denn ich hoffe, daß er einer ſolchen Mutter Ehre gemacht hat. Ich fühle lebhaft, wäre ich an ſeiner Stelle geweſen, ich hätte es wahrlich gethan.“
Alle ergriffen ihre Gläſer, um auf den ausge⸗ brachten Toaſt zu trinken, als ein„Halt Kameraden!“ von Eugen ihnen Einhalt that.
Der Kapitän richtete einen ſcharfen Blick auf Eugen, welcher unnatürlich bleich war. Er hatte Schwartz, die Wittwe und ihre Kinder. I. 9


