wohl! Laß Dir in der Einſamkeit die Zeit nicht all⸗ zu lang werden!“ 5 Damit hüpfte ſie die wenigen Stufen der Treppe hinab in den Hof. 3 „Adieu, liebe Mama,“ ſagte die jüngſte, ein Mädchen von dreizehn Jahren, bleich, düſter und auf den erſten Anblick beinahe häßlich; betrachtete man ſie aber näher, ſo erſtaunte man darüber, daß man ſie hatte häßlich finden können, ſo magiſch feſſelnd waren die großen, ſchwarzen Augen mit ihrem tie⸗ fen, unergründlichen Ausdruck, und man bekam dann eine Ahnung, daß dieſes magere, gelblich⸗bleiche Kind mit ſeinem rabenſchwarzen Hagr, ſeinen farbloſen Lippen und ſeiner unregelmäßig geformten Naſe eines Tags viel ſchöner werden dürfte, als ihre bei⸗ den blühenden und jugendlichſchönen Begleiterinnen, Als ſie den Arm um den Hals der Mutter legte, und dieſe ſich niederbeugte, um das Mädchen zu küſ⸗ ſen. weilte ein Sonnenſtrahl gegenſeitiger Liebe auf beider Angeſicht. Etwas, das einem Ausdruck hefti⸗ ger Leidenſchaft glich, blitzte in den Augen des Mäd⸗ chens, während ſie flüſterte. „Mama, Du wirſt mich doch in der Freude über
Eugens Wiederſehen nicht vergeſſen!“ 2„Dich vergeſſen, meine kleine Thekla? Habe ich jemals Dich vergeſſen?“ „Ach nein, aber ich möchte nur, daß Du mich allein lieb hätteſt.
„Und Deinen Bruder nicht? „O ja, liebe ihn nur, aber mich am meiſten!? „Ich liebe Euch beide gleich ſehr,“ antwortete die Mutter und küßte das Mädchen, indem ſie
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