Teil eines Werkes 
Die Tochter des Edelmanns : eine Schilderung aus der Wirklichkeit : 1. Band (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſon zur Gattin zu wählen, deren Ehre den gering⸗ ſten Fleck hat.

Wenn dem ſo iſt, dann ſchlagen Sie alle Gedanken an Sorenza aus dem Sinn.

Aber, Sie ſagen ja, daß dieſe Gerüchte un⸗ gegründet ſind.

Mag ſein; ſie hat aber doch durch Graf Eldon einen Fleck auf ihrem Namen, der ihr durchs Leben folgen wird.

Erlauben Sie, daß ich ſie ſehe?

Nein, mein Herr, nicht ſo lange ſie in mei⸗

nem Hauſe iſt.

Sorenza hörte, daß Porry Ida Adieu ſagte. Gleich darauf rief Ida ihren Kindern und begab ſich mit ihnen fort.

Wie es in Sorenza's Innerem ausſah, läßt ſich eher denken, als beſchreiben.

Das kranke, wehrloſe, aber ſtolze Mädchen fühlte tief, daß es verſtoßen und daß es ſich ſelber genug ſein müßte. Sie hatte bereits einen Entſchluß ge⸗ faßt. Sie mußte fort aus dieſem Hauſe, wo man nicht einmal ſo viel Wohlwollen beſeſſen, daß ihre eigene Couſine, wo es ihr Glück galt, ihre Ehre in Schutz genommen hätte.

Kalt und bleich lag ſie auf dem Sopha, als der Major wieder kam.

Wie ſteht es mit Dir, mein liebes Kind, fragte er freundlich.

Gut, war die Antwort.

Jetzt darfſt Du nicht länger draußen bleiben.

Der Major reichte ihr die Hand, um ihr hinein⸗ zuhelfen..