Teil eines Werkes 
Die Tochter des Edelmanns : eine Schilderung aus der Wirklichkeit : 1. Band (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

er he

235

von Nils Porry. Er trat in den Salon, während er ſich mit Ida unterhielt. Die Glasthüren zur Veranda ſtanden offen. Sorenza's Sopha ſtand ſeitwärts, ſo daß es im Salon nicht geſehen werden konnte. Porry bemerkte, wie es Sorenza vorkam, in etwas ſtolzem Ton:

Sie fragen mich, Frau Majorin, welche Arr von Intereſſe mich an Sorenza feſſelt. Ich werde Ihre Fragen ganz aufrichtig beantworten: Das der Liebe. Ich liebe ſie und darum habe ich Ihnen die Iragen vorgelegt, welche Sie nicht vermeiden können, ehrlich zu beantworten, nämlich: in welchem Ver⸗ hältniß ſteht Sorenza zu Graf Eldon's Familie? Ich habe das Recht, zu wiſſen, ob das Mädchen, welchem ich mein Herz gegeben, auch meines Na⸗ mens würdig iſt.

Ich hätte geglaubt, daß, da Sorenza ſich in meinem Hauſe aufhält, dieſes eine hinreichende Bürgſchaft dafür ſei, daß ſie Ihrer würdig iſt, antwortete Ida.

Zugegeben; aber da Sie ſowohl als So⸗ renza ſelbſt mir keine Aufklärung in Beziehung auf Graf Eldon geben wollen, ſo haben Sie mir die Freiheit gelaſſen, zu bedenken, ob nicht die Gerüchte, welche über ſie cirkuliren, wahr ſind.

Gerüchte! rief Ida, und was ſind das für Gerüchte?

Man ſagt, daß Sorenza in irgend einem zärtlichen Verhältniſſe zu Graf Eldon geſtanden; daß ſie gegen den Willen der Gräfin ſich in ſeinem Hauſe aufgehalten; und daß der Graf derjenige ge⸗ weſen iſt, welcher ſie unterhalten hat. Sie werden