Teil eines Werkes 
Die Tochter des Edelmanns : eine Schilderung aus der Wirklichkeit : 1. Band (1863)
Entstehung
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mit einer Bewegung wirklicher Würde zurück.—

Laſſen wir das! Ich will weder noch kann ich Deine Fragen in dieſer Beziehung beantworten; und jedes bittende Wort iſt ein Dolchſtich für mein Herz.

— Und was ſind dieſe Worte für mich? Weißt Du, was das heißen will, über den Charakter der⸗ jenigen, die man liebt, in Ungewißheit zu ſein und nicht zu wiſſen, was man glauben ſoll, ob...

Nils hielt inne und fügte mit unterdrückter Hef⸗ tigkeit hinzu:

— Sorenza, aus Mitleid mit mir und mit Dir ſelber, ſage mir, in welchem Verhältniß ſtehſt Du zu Graf Eldon. Ich beſchwöre Dich bei Allem, was heilig iſt, ſpreche.

Sorenza verbarg ihr Geſicht in ihren Händen. Sie weinte. 4

— Man hat,— fuhr Nils fort,— Dinge von Dir und ihm geſagt, die einen Schatten auf Deine Ehre werfen. Spreche deßhalb aufrichtig mit mir undm wenn es auch noch ſo ſchlimm wäre, ſo laſſe mich klar ſehen.

Porry hatte Sorenza mit beiden Händen um den Leib gefaßt. Es lag ein Ausdruck von Angſt in ſeiner Stimme. Sorenza fühlte ſich ihrerſeits gleichſam niedergedrückt von dem Schmerz, welchen ſeine Worte hervorriefen. Sie wollte Anfangs nicht begreifen, daß ſie nur ein Mittel beſaß, um eine unge⸗ rechte und erniedrigende Beſchuldigung von ſich abzu⸗ wälzen, und dieſes beſtand darin, daß ſie jene auf die Aſche ihrer Mutter zurückwarf. Konnte ſie wohl ihn, welchen ſie von ihrem ganzen, jungen, wei⸗ chen Herzen liebte, irgend einen Zweifel über ſich