geprüft, oder den Umfang ihrer Herzensgüte unter⸗ N
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der Vater zum Erſtenmal ſein elternloſes Kind ge⸗ ſehen.
Der Graf hatte mit der Allmacht ſeines Willens die Gräfin bewogen, Sorenza zu ſehen und ihr ein Intereſſe zu zeigen, welches ganz und gar eine Sache des Verſtandes war.
Die Gräfin hatte ſeit dem unglücklichen Prozeſſe nur ein Ziel vor Augen gehabt, nämlich durch eine vollkommene Nachgiebigkeit gegen die Wünſche des Mannes das, was ſie verbrochen, wieder gut zu machen.
Ach, ſie wußte nicht, daß es Fehler gibt, die ein ſtolzer und unbeugſamer Charakter nie verzeiht, ſelbſt wenn man ſein wärmſtes Herzblut als Sühn⸗ opfer darbrächte.
Wie widerlich und peinlich es ihr auch vorkam, das Kind von dem Weibe zu ſehen, das der Mann geliebt, ſo war ſie doch dem vom Grafen ausge⸗ ſprochenen Wunſche nachgekommen.*
Der Inſtinkt fagte ihr ganz richtig, daß ſie durch Wöhlwollenz gegen das Kind die Achtung nnd Zu⸗ neigung des Mannes gewinnen konnte. Sie wollte ſich dieſe Schäze erwerben; aber die Gräfin Aurora gehörte nicht zu denjenigen,, welche das, was ſie wollen, vermögen, oder die wegen des Erreichens eines großen Zieles Kraft genug beſizen, ihre perſönlichen egoiſtiſchen Gefühle zu opfern.
Der Graf hatte gewünſcht, daß Sorenza den Sommer auf dem Lande bei ihnen zubringen ſollte, Etwas, wozu die Gräfin ihre Einwilligung gegeben. Dabei hatte ſie indeſſen nicht ihre eigene Kraft


