Teil eines Werkes 
39. Band, David Waldner : Roman : 2. Theil (1867)
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ſeiner Gattin. Die Begegnung erſchien auf beiden Seiten gleich angenehm, und die früheren Univerſitäts⸗Kameraden ſprachen gegen einander ihre Freude darüber aus, ſich ſo unvermuthet zu treffen.

David gewahrte auch, daß Alm in tiefer Trauer war, und fragte ihn nach dem Grunde derſelben. Chriſtoph hatte ſeinen Vater begraben. Sjöqviſt, welcher das letzte Jahr krank geweſen, war im Frühling mit Tod abgegangen, ehe der Sohn herbeieilen konnte, um ihm die Augen zu ſchließen.

Chriſtoph betrauerte ſeinen Vater aufrichtig, aber er war allzu glücklich, als daß der Kummer ſonderliche Macht über ihn haben konnte, um ſo mehr als er vor dem Vater eigentlich keine Achtung zu hegen vermochte, ſondern nur die nachſichtige An⸗ hänglichkeit eines Kindes gegenüber von ihm empfand.

XLVI.

Zu Aengsberga gab es eine Menge Geſchäfte im Garten. Frau Waldner ſelbſt hatte vollauf zu beſorgen.

Das Haupt von einem breiten Strohhut beſchattet, war ſie gerade eifrig daran, einige ſeltene Blumen zu verſetzen, als eine muntere Stimme von einem der Gänge her rief:

„Wo in aller Welt weilt denn gerade Frau Waldner?“

„Hier, liebes Kind,“ antwortete die gute Tante und erhob ſich aus ihrer gebückten Stellung.

Eine ſchlanke Frauengeſtalt eilte unter den Bäumen hervor, und in der nächſten Sekunde ſtand Dagmar an Tante Waldners Seite. Sie hielt einen kleinen, mit friſchen Blättern bedeckten Korb in der Hand..

„Willkommen,“ ſagte Frau Waldner und nickte ihr ganz freundlich zu.„Wie Du heute Abend warm und ſchön ausſiehſt, mein ſüßes Mädchen.“

„Theuerſte Tante, vergiß nicht, daß ich Frau bin,“ fiel ihr Dagmar ins Wort.„Aber nicht davon wollen wir reden, ſondern von der Urſache, warum ich ſo warm habe. Ja, ſiehſt Du, das

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