Teil eines Werkes 
39. Band, David Waldner : Roman : 2. Theil (1867)
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„In dieſem Fall geſchah es wohl darum, daß ich bei der Gelegenheit einen Schlag auf den Kopf bekam?“

„Ich würde Dich wohl nicht bloßgeſtellt haben, wenn ich meine Spaziergänge, da Du in köping wareſt, wieder aufge⸗ nommen hätte?“

„O nein, darin kannſt Du Recht haben.“

„Alſo konnte das wohl nicht die Urſache ſein.“

„Dann iſt es mir unmöglich, es zu errathen.“

„Wirklich? Ich hätte doch geglaubt, Du würdeſt nicht ver⸗ geſſen haben, daß es meine Anhänglichkeit war, welche mich be⸗ ſtimmte, davon, wie von vielem anderem, abzuſtehen.“

„Nimm Dich in Acht, Dagmar, Du mußt nicht ſo ſagen.“

David wurde ganz warm.

„Vor was ſoll ich mich in Acht nehmen?“

Anſtatt zu antworten, fragte David:

„Biſt Du noch von Schlafloſigkeit geplagt?“

„Nicht ſonderlich.“

„Du träumſt ſomit nicht mehr von dem Fiſcherknaben oder ſeinem Original in der Wirklichkeit?“

Davids Herz ſchlug heftig.

„Ich habe beide faſt vergeſſen. Es iſt wenigſtens ſchon lange her, daß ich ihnen einen Gedanken widmete.“

„Er hat jedoch einmal deine Liebe beſeſſen?“

Dagmar ſchwieg nun ihrerſeits.

David wurde gezwungen, ſie anzuſehen.

Ihr Antlitz war ernſt, aber zeigte zugleich einen ſo milden und ſchönen Ausdruck, daß David viel klüger daran gethan haben würde, wenn er es nicht angeſehen hätte.

„Wie innig liebe ich ſie nicht,“ ſprach er bei ſich ſelbſt;„es wäre der Tod für mein Herz, wenn ſie einen andern liebte.“

„Du ſchweigſt,“ nahm er laut wieder das Wort, in einem Ton, welcher der gewöhnlichen Ruhe ermangelte.„Sollte deine Liebe noch an den Fremdling gefeſſelt ſein, und Du zögerſt, wenn dem ſo wäre, mir es zu geſtehen?“ 4

„Ich zögere niemals, die Wahrheit auszuſprechen; aber ich