Teil eines Werkes 
39. Band, David Waldner : Roman : 2. Theil (1867)
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genießen, in dem letztern nicht bleiben, wenn ich mein Leben mit dem Bewußtſein von meines Vaters Unredlichkeit dahinſchleppen muß, wenn ich genöthigt bin, denſelben wegen der Handlungs⸗ weiſe gegen ſeinen verſtorbenen Herrn zu verachten.“

Chriſtoph wandte ſich von ſeinem Vater ab, um zu gehen.

„Bleibe,“ murmelte Sjögviſt, legte die Arme auf den Tiſch, und ſtützte den Kopf darauf.

„Was wünſchen Sie, Vater?“ fragte Chriſtoph.

„Du willſt deinen Vater kennen lernen; es ſoll geſchehen.“ „Ich bin das Kind von Eltern, welche nicht im beſten Rufe ſtanden. Mein Vater war Kutſcher bei dem alten Björnſtam, wurde aber wegen Diebſtahls aus dem Dienſte gejagt. Er bekam hernach keinen neuen mehr, ſondern gerieth auf weitere Abwege und ſtarb im Kerker. Meine Mutter nahm mich dann mit ſich und wanderte in ihre Heimath in der Nachbarſchaft von Haraldshof, welches damals Fräulein Ingeborg Brandſtorm dehorde Ich kam als Laufburſche in das Herrſchaftshaus, und als Moriz Björn⸗ ſtam achtzehn Jahre alt war und Lieutenant wurde, nahm er mich als Bedienten an. Er war mein erſter Herr, als er mich eines Tags dabei betraf, wie ich in meines Vaters Handwerk pfuſchte. Wahnſinnig hierüber prügelte er mich durch und Jjagte mich aus dem Dienſte, trotz aller Fürbitten von Fräulein Inge⸗ borg. Dieß trug ſich zu vor ihrem Tod. Alles Volk deutete auf den Sohn des Diebs, der nun ſelbſt ein Dieb war.

„Ich wanderte in die Welt hinaus, fand aber keinen Platz, weil mein ehemaliger Herr in ſeinem Zorn mir kein Entlaſſungs⸗ zeugniß geben wollte. In der Hauptſtadt hielt ich mich eine Zeit lang auf. Die Noth folgte mir dahin, und ich begann bereits darüber nachzuſinnen, wie ich durch irgend ein keckes Unternehmen der Gefahr des Hungertodes mich entziehen könnte.

„Wer wäre die Urſache geweſen, wenn der Hunger mich zu einer Handlung verleitet hätte, welche zum Kerker führen mußte; wer außer ihm, der wegen der unbedeutenden Mauſerei eines Dieners mich der Möglichkeit berauben wollte, mir auf eine ehr⸗ liche Weiſe meinen Unterhalt zu erwerben.

„Da begegnete ich glücklicher Weiſe eines Tages Wil helm