Teil eines Werkes 
39. Band, David Waldner : Roman : 2. Theil (1867)
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Zweiter CTheil.

I.

Fünf Jahre ſind verfloſſen. Aengsberga ſtand umgeben von aller Pracht des Sommers.

Die Vögel ſangen und die Fluren grünten.

Auf der Veranda ſaßen zwei junge Männer, der Doktor

der Medicin, David Waldner, und ſein Bruder Georg, jetzt Berg⸗ ingenieur, im Geſpräch mit einander begriffen.

Wie Alles verändert iſt, und wir nicht zum Mindeſten,

äußerte David und betrachtete die Thurmſpitzen von Haraldshof, welche man über die Gipfel der Bäume herüberſchimmern ſah.

Man hat ja das alte Schloß dort reparirt, ſetzte er nach einer Weile hinzu.

Ja, ſeitdem der Eigenthümer nicht mehr dort wohnt, ant⸗ wortete Georg,iſt das Gebäude dem Aeußern nach geputzt wor⸗ den, ſo daß, wenn der Oberſt einmal ſtirbt, Broolind, als deſſen geſetzlicher Erbe, Alles in dem ausgezeichnetſten Zuſtande erhält.

Geſetzlicher Erbe, wiederholte David mit einem bittern

Lächeln.Ihr Beide, Du und Mama, habt mir davon geſchrieben;

aber ich habe gleichwohl nur eine undeutliche Vorſtellung davon,

wie man Dagmar das Recht auf das Fideikommiß ſtreitig machen

kann. Es würde mich deßhalb ſehr intereſſiren, ein klares Bild

von den Verhältniſſen zu bekommen. Du, der du Disponent 1

Schwartz, David Waldner. II.