Teil eines Werkes 
38. Band, David Waldner : Roman : 1. Theil (1867)
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„Er hat mir es wenigſtens möglich gemacht, ihn zu nehmen.“ „In dieſem Fall, Arvid, magſt Du ihn behalten,“ ſagte Mathilde und eilte aus dem Pavillon.

Eine Strecke davon begegnete ſie David, welcher ganz wild auf ſie zukam. Auf der Schwelle des Pavillons ſtand ja Broolind.

„Mathilde, biſt Du dort mit Arvid geweſen?“ fragte er.

„Ja, allerdings, und wenn es mir Unterhaltung macht, mit ihm zu reden, ſo gedenke ich es zu thun, ohne Dich deßhalb um Erlaubniß zu fragen,“ entgegnete Mathilde und eilte an ihm vorüber.

Einen Augenblick überlegte David, ob er ihr nacheilen und erklären, daß zwiſchen ihnen Alles aus und vorbei wäre, oder ob er ſich auf Broolind ſtürzen und ihn erwürgen ſollte. Er ver⸗ warf jedoch beide Vorſätze und begab ſich unter dem Vorwande, er leide an Kopfweh, auf ſein Zimmer. 3

Frau Waldner, über des Sohnes plötzliches Unwohlſein be⸗ unruhigt, wollte nach dem Arzte ſchicken. Es ging ein bösar⸗ tiges Fieber in der Gegend herum, welches gewöhnlich mit Kopf⸗ ſchmerz anfing.

David empfand die ſchwerſte Gewiſſensqual über ſein vor⸗ gebliches Uebelbefinden, als er ſeiner Mutter Angſt gewahrte, und fand endlich für gut, zu erklären, daß er ſich wiederum beſſer fühle und bald vollkommen hergeſtellt ſein werde, wenn er nur ein wenig ſchlafen könnte. Frau Waldner zog ſich mit der Verſicherung zurück, der Kranke ſollte von Niemand geſtört werden.

Allein gelaſſen, gereichte es David zu einer wirklichen Pein, ruhig liegen zu bleiben. Mathilde, dachte er, würde gewiß ſich einfinden, um von ſeinem Befinden Kunde einzuziehen; folglich mußte er mit ſeinem angenommenen Uebelbefinden fortfahren. Aber nachdem er vergeblich eine ganze Stunde gewartet hatte und keine Mathilde ſich ſehen ließ, ſprang er vom Sopha auf und trat an ein Fenſter. Die Rollgardine war herabgelaſſen, und er zog ſie ſachte etwas hinauf, um in den Hof hinausſehen zu können. Der Anblick, der ſich hier ſeinem Auge darbot, hätte ihm wirklich einen Blutſchlag verurſachen können. Da ſtand Mathilde und redete mit Arvid. Ihre Wangen waren warm