David und Mathilde machten nun ihrer kleinen Zänkerei ein Ende, um auf das zu horchen, was über Dagmars Lehrerin geſagt würde..
„Die Stelle iſt vortheilhaft,“ antwortete der Lieutenant,„und ich finde es ſehr natürlich, daß ſie dieſelbe annahm. Auch be⸗ trachte ich es als ein großes Glück für Dagmar; Mamſell Ring iſt eine ungewöhnliche Frau, mit mehr Verſtand als gar Vielen zu Theil geworden iſt, und von einer ſo natürlichen Würde, daß dieſe ihr bei dem Kinde, welches ſie zu erziehen hat, Achtung und Ehrerbietung verſchaffen muß.“ 4
Man fuhr fort noch eine Weile von Majken zu reden; darnach brachte Arvid das Geſpräch wieder auf den verſtorbenen Oheim mütterlicher Seite. Seine Fragen wurden ganz gleich⸗ gültig vorgebracht, aber deſſenungeachtet war leicht zu erkennen, daß ſie ein geheimes Verlangen bargen, gewiſſe Aufflärungen zu erhalten; dieß wollte jedoch nicht gelingen. 1
Für David, welcher Arvid nicht recht leiden konnte, ſchien etwas nnenihe in dieſem ewigen Fragen zu liegen, und er ſagte endlich:
„Mein beſter Arvid, es kommt mir vor, als ob Wilhelm Björnſtams Tod Dir ein gar ſeltſames Intereſſe einflöße, da Du ſo viel von der Sache wiſſen willſt.“
Der Lieutenant verſicherte, dieß rühre nur davon her, daß er aus dem Munde ſeiner Mutter das Lob dieſes ihres Bruders ſo oft gehört habe, und daß darum Alles, was ſich auf deſſen Perſon beziehe, ſeine beſondere Theilnahme errege.
Inzwiſchen kam ein anderes Thema auf die Bahn und die Todten wurden nun in Ruhe gelaſſen.
VII. Eiine Menge Gäſte waren in dem Pfarrhofe an dem Ge⸗ burtstage der Probſtin. Alle Bewohner des Kirchſpiels hatten ſich dahin begeben, um derſelben ihre Aufmerkſamkeit zu beweiſen und zugleich ſelbſt einen angenehmen Tag zu bekommen.


