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kannte Majken ſehr wohl, ſchon ehe ſie zu ihm kam, und deßhalb
war ſie auch nicht ſehr geneigt, für alle Zeit in Falknäs zu
bleiben.
Sie wußte überdieß aus der Beſchreibung, welche der Vater ihr zu ſeinen Lebzeiten von Schweſter Thereſe gegeben hatte, daß die Tante ihr den Aufenthalt in deren Nähe minder behaglich machen würde, und ihre Abſicht ging deßwegen dahin, nur auf eine unbeſtimmte Zeit daſelbſt zu bleiben.
4 Als Ring ſchrieb und Majken ſein Haus anbot, hatte Thereſe erklärt, Majken brauche nicht hieher zu kommen und zur Laſt da⸗ zuliegen, ſondern ſie könnte wie bisher Gouvernante bleiben. Aber da wurde Bruder Johann zornig, ſchlug mit der Fauſt auf den Tiſch und meinte, wenn Thereſe Einſprache dagegen erhöbe, daß er ſich des einzigen Kindes von ſeinem Bruder annähme, ſo wäre es am beſten, wenn ſie ſich ſchieden und dieſelbe eine andere Heimath für ihre Perſon auſſuchte.
Thereſe fand für gut, Majkens Beſuche ſich nicht länger zu widerſetzen; aber das„Willkommen“, womit ſie Majken empfing,—
8* war kurz und gezwungen.
III.
Die Vögel ſtimmten ihren Morgengeſang rings um Falknäs 4 herum an, und Majken ſtand auf der Vortreppe und hörte dem 5 Chore der befiederten Sänger zu. Die Bruſt hob ſich ſchnell; ſie war von einer innern unruhigen, aber unbeſtimmten Sehnſucht 4 erfüllt. „O, wer Flügel hätte wie die Vögel,“ flüſterte Majken und ſtreckte die Hände nach einer Schaar derſelben aus, welche eben weit, weit fortzog. Plötzlich drehte ſie ſich nach dem Gitterthor am Hofe um. Ein Mann zu Pferd hielt vor demſelben an. 1 3 Majken erkannte ſogleich des Oberſts Neffen, den Lieutenant — Arvid Broolind. Er ſprang vom Pferde, band daſſelbe an dem Thorpfoſten an, trat in den Hof und näherte ſich von da der Freitreppe.


