57
lich das, was wir nicht berechnet haben. Es iſt ge⸗ fährlich, allzu viel auf ſeine eigene Kraft zu ver⸗ trauen.. Der Marquis trat auf die Seite und der Vicomte näherte ſich der Thüre mit den Worten:
„Iſt dieſer Satz wahr, dann fürchte ich, daß Keiner von uns Beiden die Partie gewinnt.“
„Ja, wer weiß, die Ereigniſſe können ja eine völlige Störung in das Spiel bringen.“
„Das wäre ſchade.— Leben Sie wohl!“
Der Vicomte ſetzte den eleganten Hut auf das Haupt und entfernte ſich..
Als die Thüre hinter ihm ſich ſchloß, rief Saint Sue ſehr heiter:
„Ruf' Deinen ganzen Anhang ſataniſcher In⸗ triguen zu Hülfe, Du ſollſt dennoch matt werden, ſofern nicht die ruſſiſchen Kugeln mir den Kopf nehmen, und nun ſchnell ans Spiel.“
Der Marquis klingelte.
Ein kleiner magerer, ſchmächtiger Diener erſchien. Sein ſchwarzes Haar und ſeine kleinen braunen Augen ſchienen zu beweiſen, daß er von den in Finnland in großer Anzahl herumſtreichenden Tartaren ab⸗ ſtammte.
Simon ſtand in Dienſten des Baron C—g, hatte in ſeinem Hauſe ſchon manches Jahr hingebracht und mit ſeinem Herrn auch längere Zeit in Frank⸗ reich verweilt. Er ſprach daher, wiewohl ziemlich ſchlecht, franzöſiſch, war zuverläſſig und aufmerkſam und ein Muſter von einem Dienſtboten; lauter Eigen⸗ ſchaften, welche den Baron beſtimmten, ihn dem Mar⸗ quis und Wilhelm zur Aufwartung beizugeben.


