27
ihnen kaum Glauben ſchenken würden, wenn ſie nicht durch das Zeugniß der Geſchichte ihre Bekräftigung erhielten.
Es war nicht blos die richtige Anſicht, daß Schweden durch ſeine Lage und Küſtenausdehnung zu einer Seemacht geſchaffen ſei, was zur Folge hatte, daß man einem Seekrieg den Vorzug gab, ſondern es war auch ein allgemeiner Wunſch, die Hoffnungen, welche man auf die Flotte geſezt hatte, verwirklicht zu ſehen, Hoffnungen, welche durch die zu dieſem Zweck gebrachten Opfer erweckt worden waren und Schwedens Ehre und Selbſtſtändigkeit zum Zweck hatten.
Es war überdieß ein Angriffskrieg, von dem kleinen Schweden gegen den ruſſiſchen Koloß begon⸗ nen, welcher um jene Zeit unter Katharina's Re⸗ gierung eine ſo große Macht erlangt hatte, daß das Reich für das mächtigſte in Europa angeſehen wer⸗ den konnte.
Man riſtete ſich auch nicht gegen dieſelben Halb⸗ barbaren von Ruſſen wie ehedem, welche eben erſt von den Schweden Krieg zu führen gelernt hatten.
Was ſie jezt wußten, hatten ſie von uns einge⸗ than, und in der That hat wohl ſelten ein Lehr⸗ meiſter aufmerkſamere Lehrlinge gehabt, denn von jeder Niederlage, die ſie erlitten, hatten ſie ſich ir⸗ gend eine Lehre für die Zukunft angeeignet.
Man konnte in Wahrheit ſagen, daß durch den Erfolg, welchen die ſchwediſche Flotte, gewann, der Ruhm, den ſie errang, ja, ſogar das Unglück, welches ſie betraf, für jezt und alle Zeit die See als einzige Baſis aufgeſtellt wurde, wenn es ſich darum handelte


