Teil eines Werkes 
Wilhelm Stjernkrona oder Ist des Menschen Charakter sein Schicksal? : 2. Band (1863) Ist des Menschen Charakter sein Schicksal?
Entstehung
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Mag ſein! antwortete Wilhelm, ſich auf den Sopha werfend, und ſetzte dann lachend hinzu:

Du wirſt vielleicht behaupten, daß Du niemals dieſen Durſt kannteſt?

Ja, das will ich. Wozu ſollte es auch dienen, ehrgeizig zu ſein? Nur, mich ſelbſt zu plagen. Ich weiß nur allzu wohl, daß ich ganz und gar zu der gewöhnlichen Sorte von Menſchen gehöre. Ueberdieß ſehe ich den Ehrgeiz als eine ganz niedrige Leiden⸗ ſchaft an. Derjenige, welcher ſich von ihr leiten läßt, handelt immerdar egoiſtiſch und opfert ge⸗ wöhnlich Alles und Jedes für die Befriedigung derſelben.

Wilhelm pfiff und ſah zur Decke empor, ohne eine Antwort zu geben.

Höre, Stjernkrona, was willſt Du mit Deinem Pfeifen zu verſtehen geben?

Daß ich kein Wort von dem, was Du geſagt haſt, glaube. Schwatze Du gegen den Ehrgeiz, ſo viel Dir beliebt, ich weiß doch, daß er Deine Haupt⸗ leidenſchaft ausmacht, entgegnete Wilhelm, indem er Cellner auf die Schulter klopfte.

Das iſt beinahe eine Beleidigung, rief Cellner

hitzig aus.

Sollen wir vom Leder ziehen? fragte Wilhelm lächelnd. Aber im Ernſt geſprochen, es verlohnt ſich nicht der Mühe, Dich deßhalb zu ereifern, denn auf

mein Wort, Du biſt ehrgeizig trotz mir, und vielleicht

noch etwas mehr. Wir gehen nur verſchiedene Wege. Ich will die Lorbeern, welche möglicher Weiſe auf meinen Loosantheil fallen können, mir erkämpfen;