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„Aber es gibt Ideen von ſo ſtarkem Einfluß, daß ſie uns gleich theuer und heilig ſind, wie das Vaterland, weil ſie auf das Wohl der ganzen Menſch⸗ heit abzielen,“ entgegnete Wilhelm.
„Möglich, aber es geſchah gewiß nicht zur För⸗ derung irgend einer großen Idee, daß Du an dem amerikaniſchen Kriege Theil nahmſt,“ erwiederte Cellner mit einem beinahe ironiſchen Lächeln.
„Nein, mich beſtimmte nur mein brennendes Verlangen, an den wechſelnden Weltereigniſſen mich zu betheiligen und praktiſch zu einem tüchtigen See⸗ mann heranzubilden. Ich wünſchte kennen zu lernen, was das Leben von mir forderte.“
Wilhelm erhob ſich und ging einige Mal im Zimmer auf und ab, während er mit großer Leb⸗ haftigkeit fortfuhr:
„Als ich aber hinaus kam unter Leute, welche mit Leib und Seele an den Kriegsereigniſſen ſich betheiligten, da wurde ich gleichfalls von der großen und mächtigen Idee ergriffen, welche Alles um mich her belebte. Ich lernte dann, daß es Ideen gibt, ſo groß, daß wenn es ſich um dieſelben handelt, alle Bewohner der Erde nur ein einziges Volk ausmachen, und jeder menſchliche Arm zum Schwerdt greifen ſollte, ſobald ſie von einem Angriff bedroht ſind.
„Und dieſe Ideen, welche ſind ſie?“
„Fragſt Du im Ernſte?“
Wilhelm blieb vor ſeinem Kameraden ſtehen.
„Ganz gewiß; was in Deinen Augen groß er⸗ ſcheint, kann in den meinigen das Gegentheil ſein. Du weißt, daß wir ſo verſchieden denken.“


