des det
Du⸗ ben
31
Madame d'Eſtrier warf einen beinahe funkeln⸗ den Blick auf das junge Mädchen, und ihr Ange⸗ ſicht verfinſterte ſich ein wenig. Wäre die gelbe Haut nicht ſo dick wie Sammet geweſen, man hätte ſie gewiß die Farbe wechſeln ſehen; ſo aber war dieß unmöglich. Die Purpurflammen des Blutes drangen nicht hindurch, ſie vermochten nur derſelben einen dunklern Schatten zu geben.
„O ia, nicht übel,“ ſagte ſie;„aber Lucie wird niemals etwas Anderes, als eine Marmorſtatue.“
„Mit einem Feuerherzen.“ 3
„Möglich; aber die Wärme deſſelben wird doch nicht im Stande ſein, den Marmor zu durchbrechen.“
„Gerade wie das Feuer in Ihrem Auge nicht Ihr Herz zu erwärmen vermag.“
„Was wiſſen Sie, Marquis, von meinem Her⸗ zen?“ fiel Eſtelle ein.„Sie, der Sie mir nicht ein⸗ mal Ihre Huldigung dargebracht haben.“
„Madame, ich habe als Zuſchauer Sie beob⸗ achtet und...“
„Und mich unparteiiſch beurtheilt.— Ach, all' das haben Sie mir ſchon geſagt; aber à propos, finden Sie nicht eine auffallende Aehnlichkeit zwi⸗ ſchen Lucie und Herrn von Eſtrier?“ ſezte Eſtelle lachend hinzu. 4
Wiederum wurde das Geſpräch durch den Tanz unterbrochen; als derſelbe zu Ende war, entfernte ſich der Marquis, um Wilhelm aufzuſuchen und Eſtelle vorzuſtellen. Er fand den jungen Lieutenant in einem lebhaften Geſpräch mit Fräulein d'Outrou⸗ wille begriffen.
„Madame deöEſtrier wünſcht Ihre Bekanntſchaft


