Teil eines Werkes 
Wilhelm Stjernkrona oder Ist des Menschen Charakter sein Schicksal? : 1. Band (1863) Ist des Menschen Charakter sein Schicksal?
Entstehung
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Sie iſt ſehr ſchön, antwortete Wilhelm,aber ſie ſieht allzu kalt aus. Ihr Angeſicht kann be⸗ ſtimmt ſeinen Ausdruck nicht ändern, es bleibt ſich immerdar gleich.

Kalt, ſagen Sie? erwiederte der Marquis und ſchaute ihn an.Was wißt Ihr Nordländer von Wärme?

So viel, daß wir den Ausdruck davon auf einem Angeſicht unterſcheiden können.

Sie ſind göttlich! So eben ſagten Sie, die Züge von Madame d'öEſtrier laſſen auf Wärme ſchließen, und nun behaupten Sie, diejenigen von Fräulein d'Outrouville kündigen Kälte an. Beob⸗ achten Sie doch einmal, wie die warmen Wellen ihres Blutes auf dem Sammetbette ihrer Wangen kommen und gehen, und ſagen Sie dann, daß ſie kalt ausſieht.

Der Marquis entfernte ſich von Wilhelm.

Der Ball begann. Wilhelm war mehreren Damen und unter denſelben auch Fräulein d'Outrouville vorgeſtellt worden. In der Quadrille, welche der Marquis mit Frau von Eſtrier tanzte, führte Wil⸗ helm Fräulein Lucie; und während des in den Zwiſchenpauſen ſtattfindenden Geſprächs fand der⸗ ſelbe Anlaß genug, ſich über die Verwandlung, welche mit Luciens Miene vorging, zu verwundern. Wenn ſie redete, verſchwand die Kälte darin ganz und gar, und Herz und Seele ſtrahlten aus den Augen.

Wer iſt der junge Mann, welcher mit Lucie, meines Mannes Schweſter, tanzt? fragte Eſtelle