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Leute liebreich ſind. Sie fließen über von Wohlwollen gegen die ganze Schöpfung, gleich der Roſe, die dem Erſten Beſten, der ſich ihr nähert, ihren Wohlgeruch ſpendet.«
»Ich glaube gar, er wird nächſtens auch noch auf mich eiferſüchtig!« ſagte Joſephine bei ſich ſelbſt. Sie führte ihn zu Laura und ſagte:
»Da— wenn gute Freunde ſich entzweien, ſo nimmt man an, daß ſie beide Unrecht hatten. Was geſchehen iſt, iſt vorbei, und wenn Ihr es Euch wieder einfallen laßt, Euch zu veruneinigen, ſo bitte ich Euch, mich erſt zu Rathe zu ziehen,
weil Ihr mich betrübt.« Sie ließ die Beiden allein und ging und pochte ſchüchtern an die Thür des Studirzimmers des Doctors.
Saint⸗Aubin empfing ſie durchaus nicht mit jener Kälte, welche ſie bisher an ihm wahrgenommen. Er ſchien überraſcht und erfreut zu ſehn, daß ſie ihn in ſeinem kleinen Heiligthum beſuchte. Er verrieth ſogar eine Aufregung, welche Joſephine ſich nicht zu erklären wußte, die aber während der Unterre⸗ dung allmälig wieder in den Hintergrund trat.
»Lieber Freund,« ſagte ſie„ich komme um Sie wegen Laura und Eduard zu Rathe zu ziehen.*
Hierauf erzählte ſie ihm, was vorgefallen war, und deu⸗ tete auf Eduards einzigen Fehler hin.
Der Doctor lächelte.
»Es iſt ſonderbar,« ſagte er,„Sie kommen, um meine Aufmerkſamkeit auf einen Punkt zu lenken, dem ſie ſchon ſeit mehren Tagen zugewendet iſt. Ich bereite eben eine Cur für dieſe beiden jungen Narren, ein hartes, aber für dieſen Fall ſicheres Mittel.«*
Hierauf zeigte er ihr eine Urkunde, worin er Laura und ihren Kindern ſechzigtauſend Franes übermachte.


