Teil eines Werkes 
4. Theil (1858)
Entstehung
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6Wie wäre es wenn ich mit ihr nach Frejus ginge? Zeit⸗ her hat das Seebad ihr allemal wunderbare Dienſte geleiſtet. »Ja wohl, nach Frejus,« ſagte Eduard, indem er ſich plötzlich mit in das Geſpräch miſchte,»und diesmal werde ich Sie begleiten und dann ermitteln, wo Sie früher wohnten und weshalb jene Gimpel ſagten, ſie kennten Sie nicht.*

Laura biß ſich auf die Lippe. Sie dachte daran, wie ſehr Eduard ihr und Joſephinen im Wege war. Denen, welche Ge⸗ heimniſſe haben, ſind oft ihre beſten Freunde im Wege.

Es dauerte nicht lange, ſo begab ſich der Doctor auf ſein Studirzimmer. Eduard begann, wie mit ſich ſelbſt ſprechend:

Ich möchte wiſſen, ob Jemand mich jemals ſo lieb ha⸗ ben wird, daß er auch nur einen Tropfen Blut für mich hingibt?*

Wenn Sie krank und in Gefahr wären wer weiß ob es nicht Jemand thäte.*

Ich würde ſehr bald krank und in Gefahr ſeyn, wenn ich dies dächte.

Scherzen Sie nicht mit ſolchen Dingen, mein Herr.

Ich ſcherze nicht. Ich wünſche, ich wäre ſo krank, wie Madame Raynal iſt, um eben ſo geliebt zu werden, wie ſie geliebt wird.«

Sie müſſen ihr auch in andern Dingen gleichen, um ſo geliebt zu werden wie ſie.

Das haben Sie mich in der letzten Zeit oft fühlen laſ⸗ ſen, liebe Laura.«

Dies rührte ſie. Sie kämpſte aber das freundliche Ge⸗ fühl nieder.

Das freut mich, ſagte ſie muthwillig. Dann ſetzte ſie