Teil eines Werkes 
4. Theil (1858)
Entstehung
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Eine Sonnabends machte Eduard Riviere es möglich, alle noch rückſtändigen Dienſtſachen aufzuarbeiten und ſich dann auf den Weg nach Beaurepaire zu machen. Er hatte einen ſehr freundlichen Brief von Laura erhalten und ſeine Sehnſucht, ſie zu ſehen, überwältigte ihn. Unterwegs funkel⸗ ten ſeine Augen oft im Vorgefühl der Erwartung und ſeine Wange glühte.

Endlich langte er an. Sein Herz klopfte gewaltig, denn vier Monate lang hatte er ſie nicht geſehen. Er eilte hinauf in das Geſellſchaftszimmer und fand die Baronin allein.

Sie hieß ihn herzlich willkommen, theilte ihm aber bald mit, daß Laura und ihre Schweſter in Frejus wären. Das war für ihn kein geringer Schrecken. Nach Frejus war es weit. Aber dies war nicht Alles. Laura's Brief war von Beaurepaire datirt und mußte ſonach doch in Frejus geſchrie⸗ ben ſeyn Er ſuchte Jacintha auf und verlangte von ihr eine Erklärung dieſes Widerſpruches. Die allezeit fertige Jacintha ſagte, dies ſähe aus, als ob ſie binnen Kurzem nach Hauſe zurückzukommen beabſichtigte.

Das iſt ein Wink für mich, ihr Zimmer in Stand zu ſetzen,« ſagte Jacintha.

Wer lieben will. IV.