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und wo glauben Sie, wo ſie iſt? Draußen im Gatten ſitzt ſie. Kommen Sie.«
Und allerdings fanden ſie Joſephinen im Garten auf einem niedrigen Stuhle ſitzend. Sie lächelte, als der Doctor auf ſie zukam und fragte nach ihrer Mutter. Ihr ganzes Aus⸗ ſehen hatte einen Anſtrich von Erſchöpfung und Erſchlaffung, ihre Farbe aber war klar, zart und ſchön.
»Sie ſind unwohl geweſen, mein Kind?« fragte der Doctor.
»Ein wenig, lieber Freund. Sie kennen mich ja. Es fehlt mir bald dies bald das und ich quäle nur meine Freunde.«
»Na, na,“ ſagte Laura,„ſo ſchlimm iſt es nicht. Uebri⸗ gens mußt Du ſelbſt ſagen, Joſephine, daß dieſer Ort und die friſche Luft Dich allemal wieder herſtellt. Sehen Sie ſie nur an, Doctor; können Sie ſich erinnern, daß ſie jemals beſſer ausgeſehen hat?«
„Ja.*
»Wie können Sie ſo etwas ſagen? Sehen Sie nur dieſe Farbe! niemals habe ich ſie lieblicher geſehen.*
»So lieblich habe ich ſie auch nie geſehen, wohl aber geſünder. Laſſen Sie mich einmal ein wenig Ihren Puls füh⸗ len liebes Kind. Ein wenig matt?«
»Ja, das bin ich allerdings ein wenig.«
„Bleiben Sie in Beaurepaire?« fragte Laura.„Wenn Sie dort bleiben, ſo kommen wir unverweilt nach Hauſe.«
„Nein, Sie werden noch vierzehn Tage hier bleiben,« ſagte der Doctor in gebieteriſchem Tone.
»Wollen Sie mir nicht eines Ihrer ſo trefflichen Stär⸗
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