Teil eines Werkes 
3. Theil (1858)
Entstehung
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I* Bayonne an der ſüdlichen Grenze von Frankreich gin⸗ gen zwei Schildwachen mit trägen, mechaniſchen Schritten vor dem Hauſe des Gouverneurs hin und her. Plötzlich aber verwandelte ſich ihre Schläfrigkeit in Energie, ſie fällten ihre Musketen und kreuzten ſie klirrend vor dem Eingange.

Ein bleicher Mann in einer abgetragenen, ſchmutzigen und zerriſſenen Uniform wollte in den Hof hineingehen, als ob er hier zu Hauſe wäre.

Er blieb ohne zurückzufahren ſtehen, und blickte lächelnd auf die ſtählerne Schranke herab, welche die Soldaten für ihn improviſirt, richtete ſich dann ein wenig auf, legte die Hand nachläſſig an den Tſchako, der faſt in zwei Hälften ge⸗ ſpalten war, und nannte den Namen eines Offiziers in der franzöſiſchen Armee.

Wenn Du oder ich, lieber Leſer, wie ein Bettler geklei⸗ det, der vor mehren Jahren eine Uniform geſtohlen und ſie bis zur Civilkleidung abgetragen, dieſe Soldaten mit denſel⸗ ben Worten angeredet hätten, ſo hätten ſich die Bajonnete wahrſcheinlich noch feſter gekreuzt oder ihre Spitzen gegen un⸗ ſere geheiligte aber ſchäbige Perſon gewendet. Es gibt aber eine Freimaurerei des Schwertes. Die leichte gebieteriſche Hand, welche den zerfetzten Tſchako berührte, und der klare ruhige

Wer lieben will. III. 1