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„Verlaſſen Sie ſich darauf, ihr Gemüth iſt nicht ruhig. Sie kann Beaurepaire noch nicht aus den Gedanken brin⸗ gen. In ihrem Herzen glaubt ſie, ſie werde doch noch einmal in die weite Welt hinausgetrieben werden und zwar ſo plötz⸗ lich, wie jener Satan von Notar es gern gethan hätte. Je⸗ ner Morgen hat ſie tief erſchüttert.«
Laura ſeufzte, Joſephine lächelte.
Der Commandant kam nicht wie gewöhnlich zum Diner. Der Abend verging langweilig und unerfreulich— ihre Her⸗ zen waren von Ungewißheit erfüllt.
„Unſer heiterer Geſellſchafter fehlt uns,s ſagte die Baronin, indem ſie Laura einen finſtern Blick zuwarf. Beide junge Damen beeilten ſich auf faſt komiſche Weiſe ihre Zu⸗ ſtimmung hiermit zu erkennen zu geben.
Dieſe Nacht ſchlief Laura wieder bei Joſephinen und mehr. als einmal fuhr ſie erſchrocken aus dem Schlafe auf und faßte Joſephinen krampfhaft und hielt ſie feſt.
Der Commandant kam am nächſten Tage nicht, um ſeine Antwort zu holen, ſondern ſchickte ſtatt ſeiner einen Brief, worin er meldete, daß er ſich auf zwei Tage in das Hauptquartier begeben müſſe, dann aber werde er wieder⸗ kommen und die Feſtung nochmals angreifen, bis ſie capi⸗ tulirte.
Zwiſchen jener Discuſſion mit ihrer Mutter und dem Em⸗ 1 pfang dieſes Briefes war Laura ſehr niedergeſchlagen und nachdenklich geweſen. Des Egoismus beſchuldigt zu werden! Anfangs empörte ſich ihre ganze Natur gegen dieſe Beſchuldi⸗ gung, nach einer Weile aber ward ſie, da dieſe Anklage von einer ſo verehrten Perſon ausging, dadurch zu ernſter Selbſt⸗ prüfung genöthigt. Das arme Mädchen ſagte bei ſich ſelbſt:
„Meine Mutter beſitzt viel Scharfblick. Täuſche ich mich


