»Ah,« ſagte der Doctor,„Sie verlangen meinen Rath, was Sie thun ſollen?«
»Allerdings.*
»Hm!« ſagte der Doctor, nachdem er eine Weile tief nachgedacht,„mein Rath iſt: Laßt ſie gehen.«
»Laßt ſie gehen,« wiederholte die Baronin ärgerlich, »das iſt bald geſagt.«
»Und eben ſo bald gethan,« antwortete er ruhig.
Die Baronin machte große Augen und eine ſchwache Röthe überzog ihre zarte Wange bei der kaltblütigen Weiſe, auf welche ihr Freund eine Frage zu erledigen ſuchte, die ihr ſo viel Verlegenheit bereitete.
»Vertrauen Sie der Natur,« ſagte der Doctor in wohlwollendem Tone.
»Ich ſoll der Natur vertrauenls kreiſchte die alte Ariſtokratin mit Schrecken und Entſetzen in ihren Mienen. »Sind Sie von Sinnen?«
»Nein, gnädige Frau, eben ſo wenig als die Natur— vertrauen Sie dieſer. Sie wird die junge Dame und den jun⸗ gen Bürger raſch genug zuſammenführen, ohne daß wir ſie erſt durch Widerſtand zu erhitzen brauchen.«
„Ich bedaure, mein Herr, daß ich Ihre ernſteren Stu⸗ dien um einer ſo geringfügigen Angelegenheit willen geſtört habe,« lautete die bittere, obſchon im Tone der vollkommen⸗ ſten Höflichkeit gegebene Antwort.
»Theuerſte Freundin, wenn Sie allerdings den Rath zu hören wünſchten, welchen politiſche Vorurtheile oder andere blendende Einflüſſe geben, ſo haben Sie in mir freilich nicht den rechten Mann rufen laſſen.*
»Aber,« fuhr die Baronin in ſtolsem Tone fort. ohne von dieſer letzten Bemerkung Notiz zu nehmen,„Sie werden
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