Teil eines Werkes 
1. Theil (1858)
Entstehung
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gegebenen Verſprechens zu plaudern? War das Zartgefühl der jungen Dame erſchreckt worden? Legte ſie ſich ſelbſt Haus⸗ arreſt auf, um nicht einem Manne zu begegnen, deſſen Be⸗ wunderung ihr läſtig war?

Der kalte Schweiß trat ihm auf die Stirn ſo oft er ſich dieſe Fragen eine nach der andern vorlegte.

Ein Armer kann Vieles nicht entbehren, was der Reiche wegwerfen kann.

Der Anblick jenes ſchönen Antlitzes dreimal wöchentlich auf einen Augenblick war nicht viel, aber dennoch ſein Alles — ſeine einzige Freude, ſein Troſt, ſein Sonnenſchein und ſeine Hoffnung, und nun mußte er ihn entbehren.

Dieſer Verluſt verſetzte ihn ein paar Stunden vor und nach der Zeit, wo die Damen gewöhnlich das Schloß zu ver⸗ laſſen pflegten, in Fieberhitze und den übrigen Tag hindurch in bitteren, herzerkältenden Kummer. Er verlor Farbe und Appetit und ſehnte ſich nach dieſem einen Blick drei Mal wö⸗ chentlich.

Und ſie, welche dieſe Wunde durch einen einzigen Blick ihres blauen Auges und durch ein⸗ oder zweimaliges Lächeln wöchentlich hätte heilen, ſie, welche ohne ſich zu compromit⸗ tiren oder ſich im mindeſten für ihn zu intereſſiren, ſeinen jun⸗ gen Wangen die Farbe und ſeinem erkälteten Herzen die Wärme hätte zurückgeben können, wenn ſie ſich blos dann und wann einmal außerhalb gezeigt hätte, ſaß mit beiſpiello⸗ ſer Barbarei und Hartnäckigkeit daheim!

Endlich eines Tages verlor er alle Geduld.

„Ich muß Jacintha ſprechen,« ſagte er,„und wenn ihre junge Gebieterin wirklich ſich deshalb einkerkert, weil ſie mich zu meiden wünſcht, dann verlaſſe ich das Land. Ich gehe

„