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Und jetzt wo die ehrfurchtgebietende Schönheit nicht mehr ſichtbar war, beſchloß Eduard mit ihr nach Herzensluſt zu liebeln.
Es gibt aber Damen, bei welchen gewiſſe Prälimina⸗ rien vorausgehen müſſen, ehe man mit ihnen liebeln kann.
Erſt muß man ihnen vorgeſtellt ſeyn. Wie war dies im vorliegenden Falle zu ermöglichen?
»O das wird ſich ſchon thun laſſen,« ſagte er bei ſich ſelbſt.„Ich werde ihnen ja oft genug begegnen. Und in der That, ein Mann, der ſo geplagt iſt und ſo viel arbeiten muß, wie ich, bedarf einer angenehmen Erholung dieſer Art.
Er pflegte nun mit einem Fernrohr an ſeinem Fenſter zu lauern und ſo oft die Schweſtern das Schloß verließen, was aber unglücklicherweiſe höchſtens dreimal wöchentlich geſchah, wußte er es einzurichten, daß er Ihnen wie zufällig begegnete und dann zollte er ihnen eine würdevolle höfliche Begrüßung, die er ſich vorher in ſeinem Zimmer vor dem Spiegel ſorgãl tig einſtudirt hatte.
Zum Austauſch dafür empfing er zwei Verbeugungen, die mindeſtens eben ſo würdevoll und höflich waren als die ſeinen, obſchon ſie nicht erſt vorher eine ſorgfältige Probe be⸗ ſtanden hatten.
So weit war Alles gut. Ein kleiner Umſtand jedoch ſtimmte die Hoffnungen unſeres Adonis, eine flüchtige Be⸗ kanntſchaft in eine nähere und dieſe in eine Liebelei zu ver⸗ wandeln, bedeutend herab.
Schon das Fundament dieſer Pyramide von angeneh⸗ men Folgerungen hatte einen Fehler.
Wenn er die Züge dieſer höflichen Schönheiten ſtudirte, mußte er nothwendig der Ueberzeugung Raum geben, daß


