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daten zu ſprechen, und dann erſt entfernte 2 ſich und eilte
nach Joſephinens Schlafßzimmer.
Die Thür war von innen verſchloſſen
„Joſephine! Joſephine!«
Keine Antwort.
„Ich wünſche Dich zu ſprechen. Es iſt mir Angſt um Dich. Bleib nicht allein.«
Eine halberſtickte Stimme antwortete:
»Ich bin nicht allein— Gott und ſeine Heiligen ſind bei mir! Laß mir nur ein wenig Zeit, um mich zu er⸗ mannen.*
Laura ſank an der Thür nieder, ſetzte ſich dicht daneben und lehnte ihr Köpfchen daran und ſchluchzte bitterlich. Das gefühlvolle Mädchen fühlte ſich verletzt, daß ſie, nachdem ſie ſo viel Beweiſe von innigſter Freundſchaft und Aufopferung gegeben nicht eingelaſſen ward, dieſes egoiſtiſche Gefühl war jedoch nur ein kleiner Bruchtheil ihres Kummers und ihrer Beſorgniß.
Es war eine gute halbe Stunde verfloſſen, als Joſephine bleich und ernſt, wie noch Niemand ſie bis dieſe Stunde geſe⸗ hen, plötzlich die Thür öffnete. Sie erſchrak, als ſie Laura bekümmert an der Schwelle ſitzen ſah. Ihr finſterer Blick ging in den Ausdruck zarter Liebe und innigen Mitleids über. Sie ſank auf ihre Knie nieder und drückte das Haupt ihrer Schwe⸗ ſter raſch an ihre Bruſt.
„O, meine kleine Laura!« rief ſie,„haſt Du denn wäh⸗ rend dieſer ganzen Zeit hier gewartet?s
»O, ols weiter konnte die kleine Laura nichts hervor⸗ bringen.
und nun ſetzte Joſephine ſich nieder und nahm Laura


