Teil eines Werkes 
3. Theil (1862)
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von Bernhold;.. zu viel für ein liebendes Weib, das noch mit blutendem Herzen um den theuern Gatten weinte;.. zu viel für eine Mutter, die das rechtmäßige Erbtheil ihrer Kinder von der räu⸗ beriſchen Habgier eines Elenden bedroht ſah'

Groß und ſtolz, aber bleich wie der Tod, erhob' ſie ſich, die Schlüſſel der Archive ergreifend, die Günzer vor ſie auf den Tiſch gelegt. Dann ſagte ſie mit einer, der kleinen Frau ſonſt ganz fremden Hoheit:

„Herr Stadt⸗ und Rathsſchreiber, Sie ſind ent⸗ laſſen! Ich werde mir einen anderen Rechtsanwalt wählen.“

Auch Günzer hatte ſich erhoben. Sein Geſicht war jetzt erdfahl, die Augen ſchleuderten ſtechende Blicke, um den Mund aber zuckte es wie kalter dia⸗ boliſcher Hohn. Dennoch zitterte ſeine Stimme, als er ſagte.—„Bedenken Sie, was Sie thun!“

„Ich denke nur eines!“— entgegnete Frau von Bernhold—„daß es da oben bei dem ewigen Gott noch Gerechtigkeit geben wird!“

„Und Sie ſchlagen wirklich meine Hand aus?“

„Ich habe auf dieſe, mich ſo tief verletzende Frage, nur ein Ja der Verachtung.“

„Bedenken Sie Ihre Zukunft und die Ihrer Kinder!“