Teil eines Werkes 
3. Theil (1862)
Einzelbild herunterladen

—

heit ihr einziger Halt.—„Aber Sie könnten die Urkunden doch vielleicht überſehen haben. Die Ar⸗ chive unſerer Familie ſind mit Documenten vollge⸗ pfropft!... Vielleicht haben ſie ſich verſchoben.. vielleicht...“

„Hier ſind die Schlüſſel für beide Archive!“— ſagte Günzer ernſt.—„Bitte, gnädige Frau, un⸗ terſuchen Sie die Sache ſelbſt!“

„Wie könnte ich das? und...

„Wählen Sie ſich einen anderen Rechtsfreund!“

„Günzer?!“

„Ihr Vertauen fehlt mir.“

„Wie können Sie dies ſagen? Wollen Sie mich, die Wittwe des Mannes, mit dem Sie wie ein Bruder erzogen wurden,... wollen Sie mich, ſeine Wittwe und ſeine armen Kinder jetzt im Stiche laſ⸗ ſen?.. jetzt?... wo man uns unſer Eigen⸗ thum, den durch Jahrhunderte geheiligten Beſitz der Herrſchaft Plobsheim, rauben will?“

„Nein!“— ſagte Günzer jetzt, mit einem plötz⸗ lich ganz eigenthümlich aufleuchtenden Anfluge von Freundlichkeit, die aber etwas Unheimliches in ſich trug,—„nein, das will ich nicht!.. ſondern gerade das Gegentheil.“

„Guter Gott!“— rief Frau von Bernhold freudig—„ſo wiſſen Sie einen Ausweg? So