Teil eines Werkes 
3. Theil (1862)
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Stände einmal, wie für die übrigen Reiche der Na⸗ tur, auch für das Menſchengeſchlecht, ein Linnäus auf, welcher nach Trieben und Neigungen klaſſifi⸗ zirte, wie ſehr würde man erſtaunen, wenn man ſo manchen, deſſen Laſter in einer engen bürgerlichen Sphäre und in der ſchmalen Umzäumung der Ge⸗ ſetze jetzt erſticken muß, mit dem Ungeheuer Borgia in einer Ordnung beiſammen fände.

Als Günzer ſich noch als ganz junger Menſch in der Familie des Herrn von Bernhold befand, und dieſer ſein Wohlthäter, ſein zweiter Vater, ihn mit ſeinem vollſten Wohlwollen beehrte, und ſelbſt ſpäter, als der alte Herr geſtorben und deſſen Sohn, mit welchem Günzer erzogen worden war, das Haupt der Familie wurde, vertraute man dieſem unter Anderem auch die Archive der Familien Bern⸗ hold und von Zorn an. Namentlich aber hatte der junge fähige Mann damals von ſeinen Beſchützern den Auftrag, die Urkunden und Rechtstitel der Herrſchaft Plobsheim aufzuſuchen, in Betreff deren ſich manche Streitigkeiten erhoben hatten.

Aber auch der jüngere von Bernhold ſtarb raſch und unerwartet. Seine Wittwe eine geborene von Zorn war untröſtlich. Mitten in dieſer unruhigen Zeit ihrer Stütze beraubt, wandte ſie ſich, über⸗ zeugt, daß Günzer ihrer Familie ganz ergeben ſei