„Das Kinn des Königs war glatt, und der Bar⸗ bier warf ſich ſeinem Herrn zu Füßen.“
„Ludwig XI. ſtellte ſich mit flammendem Blicke vor den liſtigen und verwegenen Bartkünſtler und ſchrie ihn an: Was ſoll das heißen, du Schlingel! . du verdienteſt, daß ich dich für deine Vermeſ⸗ ſenheit beſtrafte und meinem Gevatter Triſtan übergäbe, damit er Dich von meinen Pathchen lieb⸗ koſen ließe*)!... Aber nein, Spitzbube, das will ich nicht thun, denn ich bedarf deiner Dienſte.. Ich erhebe Dich alſo zum Grafen von Meulan.“
„Unterthänigen Dank, Sire!“
„Ja, aber eine Bedingung habe ich“..
„Sprechen Sie, Sire, ich bin Ihr unterthäniger Diener.“
„Von Dir iſt jetzt nicht die Rede.“
„Von wem denn?“
„Höre, Schurke, komm hieher... du kennſt das hübſche Bürgermädchen, das am Jakobsthore wohnt?“
„Mit den prachtvollen blauen Augen, der hohen Haltung, den Sammethändchen?“
„Ganz recht.“
„Es genügt, Sire; ich verſtehe Ew. Majeſtät.“
*) Von meinen Henkern foltern ließ. Ludwig Kl. nannte in ſeinem königlichen Kauderwelſch die Executoren ſeiner
Rache„mein Pathchen, Mädchen, Töchterchen.“


