nannten„Agnesthurme“ das Grabmal der reizenden Agnes Sorel, der Geliebten des Königs.“
„Ich weiß es!“— verſetzte die Herzogin von Fontanges.—„Die Canonici der Domkirche von Loches ſuchten zu verſchiedenen Zeiten um die Er⸗ laubniß nach, das Mauſoleum der ſchönen Agnes Sorel aus dem Chor in einen anderen Theil der Kirche verlegen zu dürfen. Seine Majeſtät ſprachen
mir erſt geſtern davon.“
„Es hinderte durch ſeine ungewöhnliche Größe die Ceremonien des Gottesdienſtes.“
„Und des Königs Vorgänger wollten nicht nach⸗ geben, bis unſer erhabener und geliebter Herr, Lud⸗ wig XIV., ſeine Einwilligung ertheilte“...
„Und die Translocation ſtattfand.“
„Aber Sie wollen mir doch wohl nicht von den Grabmälern hier in Loches erzählen?“
„Gewiß nicht! der Göttin der Schönheit und Liebe, will ich Erinnerungen der Liebe weihen!“— ſagte der Herzog, und wieder flog ein eigenthümlicher Blick zu Angelinen hinüber.
Die Steine parirten ihn. Der Herzog fuhr fort:
„Nach dem Tode Karls VII. blieb das Schloß von Loches fortwährend eine königliche Reſidenz*).
*)„Geheime Chronik der königlichen Luſtſchlöſſer Frank⸗ reichs.“ II. 165 u. ſ. w.


