Teil eines Werkes 
1. Band (1841)
Entstehung
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Sie drückte einen Kuß auf das Blatt, wel⸗ ches ſie noch immer in den Händen hielt, hob es ſorgfältig wieder auf und trat dann an ihr Fenſter.

Wenn tiefe Schmerzen unſere Seele foltern, wenn der Sturm des Schickſals der Leidenſchaften wilde Elemente in uns aufgeregt, dann iſt dem armen, zerriſſenen Gemüthe nichts wohlthätiger, als die erhabene Ruhe, welche die Nacht über die Schöpfung breitet. Der Sternenhimmel, der in ſeiner majeſtätiſchen Pracht auf unſere Erden⸗ noth herab lächelt, die Erde, die ſo ſanft und ſtill ſchlummert, ſcheinen uns dann tröſtend zu⸗ zuflüſtern; auch deine Leiden werden bald enden, und Friede und Seligkeit ſie auslöſchen in dei⸗ nem Gedächtniſſe.— Roſa ſtarrte hinaus. Es war Mondlicht. Das ihr gegenüberliegende, nur durch eine ſchmale Straße von ihrem Hauſe getrennte, Theatergebäude hob ſeine dunkeln Säulen und Mauern rieſig aus den weißen Schneemaſſen, und glich einem ungeheuern