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geſchrieben hatte. Sie las es, und las es wie⸗ der; ſie prüfte ſcharf und kalt die Ausdrücke, und mußte ſich immer wieder geſtehen, daß nur Liebe dieſe Zeilen diktirt haben konnten.„Es iſt gewiß,“ ſagte ſie endlich leiſe,„daß er mich liebt, oder doch in jenen Augenblicken geliebt hat; aber ſeine Verhältniſſe, ſeine Braut!———“ Hier zuckte ein flammendes, bitteres Gefühl durch ihre Seele, es war der Haß. Aber es war auch nur ein Gedanke geweſen, der in dem reinen, edlen Gemüthe dieſes guten Kindes keine Wurzel faſſen konnte.
„Nein!—“ ſagte ſie ſanft, vergib mir Unbekannte, er war Dir beſtimmt, und möge Dich glücklich machen. Ich will ja nichts von ihm, nichts als die Erinnerung ſeines lieben, ſüßen Bildes; es ſoll mich tröſtend umſchweben, und ich will es lieben mit allen meinen Seelen⸗ kräften, will Eines ſeyn mit ihm in der Ge⸗ danken Reich, und mein Herz ſoll verbluten ſo ſchmerzlich ſelig verbluten für ihn.“


