Teil eines Werkes 
1. Band (1841)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

18

Ich habe ſchon manche Nacht durchweint, ſeit⸗ dem ich das Theater betreten.“

„Sie iſt zu empfindlich, Herr Baron,—“ fiel die Tante ein,„zu zartfühlend. Die Ga⸗ lanterien, die Aufmerkſamkeiten, die man ihr in unſerer guten Heimath, auf dem Liebhaber⸗ theater des Herrn von Piera zollte; die Zuvor⸗ kommenheit mit welcher man ſie behandelte, als man ihr Mitſpielen für eine Gefälligkeit betrachten konnte, fallen nun natürlich weg.“

„Ich kann es mir leicht denken,“ entgeg⸗ nete Hohenſtein,„wie oft ihr zartes Gefühl durch Härte und Kälte gekränkt werden mag. Sie ſtehen mitten in einer neuen Welt, in einem Leben voll Chicane und Intriguien, die Sie um ſo mehr verletzen, als ſie ſich oft hinter der Maske der Freundſchaft bergen, und Ihnen — einmal entdeckt, doppelter Verrath an der Menſchheit ſcheinen.“

„Aber warum denn dieſe Falſchheiten,“ frug

heftig die jüngere der Damen,„wenn man 0