Teil eines Werkes 
1. Band (1849)
Einzelbild herunterladen

215

ten, an deſſen Ende ſich der Eingang zum Pallaſte von Santa⸗Cruz befand, klopfte er leiſe an.

Der Schein einer Laterne zeigte ſich hinter den Gittern des Sprachfenſters, und eine rauhe Stimme frug:

„Wer Ihr auch ſeid, der Ihr zu einer ſolchen Stunde an die Pforten des Pallaſtes klopft, geht Eu⸗ res Weges. Ich habe Befehl: keiner menſchlichen Seele in der Abweſenheit des Herrn zu öffnen.“

„Zum Henker, Freund, das weiß ich recht gut,“ entgegnete Gondreville,„und ich erkenne ſehr gut Eure Stimme wieder, die gerade ſo häßlich klingt, als Euer Geſicht es iſt. Aber ich verſtehe, wie der ſelige Orpheus, die Ungeheuer zu bezaubern:“

„Madvnna liebt ihr Aragon, O hört ihr mahnend Wort: Was dient Ihr.„

Aber Gondreville hatte noch nicht weiter ge⸗ ſungen, als das Licht verſchwand und die ganze Um⸗ gebung in Nacht zurückſank.

Alles war ſtill. Kein Laut im Innern, kein Ton außerhalb des Pallaſtes. Alles ſchien in tiefen Schlaf verſunken und auch die Thüre blieb verſchloſſen. „Verdammt!“— murmelte Gondreville.— „Sollte der Abbs mich zum Beſten gehabt ha⸗