Gondreville verharrte einige Minuten ſchwei⸗ gend, unbeweglich und als ob er ſich gewaltig an⸗ ſtrengte, ſeine Zunge frei und beweglich zu machen, über die er, wie er wohl fühlte, anfing, die Herrſchaft zu verlieren.
Während der Zeit murmelte der Abbs leiſe:
„Endlich! es hat Mühe gekoſtet; jetzt aber habe ich ihn.“
Dann blickte er den Vicomte feſt an und ſagte hinzufügend:
„Sollte die Fürſtin zufällig ſchon eine Nebenbuh⸗ lerin gefunden haben? Laßt hören, erzählt mir den Hergang.“
Der junge Franzoſe ſchlug die Angen nieder und ſtotterte:
„Abbé, davon erfahrt Ihr nichts, es iſt ein Ge⸗ heimniß.⸗ 63
„Geht doch, wer wird denn gegen ſeine Freunde Geheimniſſe haben?“
„Manchmal....4
„Niemals, wenn man ihrer Ergebenheit gewiß iſt. Außerdem wette ich, daß ich dieſem tiefen Geheimniß auf der Spur bin.“
„Macht's Anderen weiß. Beweiſt mir's!“ „Nichts leichter als das. Was macht ihr denn


