Aber dieſe Arie mußte wohl bei dem Marquis plötzlich eine wichtige Erinnerung wecken; denn ſeine kalten und ſtrengen Züge verfinſterten ſich noch mehr, er ſchlug von Neuem das Zeichen des Kreuzes, und ſteckte ganz ruhig ſein Schwert wieder in die Scheide.
„Zum Henker!“— rief der Vicomte, als er dies
ſah,—„Ihr vergeßt, Herr Marquis, daß ich die
Ehre habe auf Euren Angriff zu warten.“ „Möglich,“— verſetzte Santa⸗Cruz,—„Ihr aber vergeßt, daß es heute Charfreitag iſt, und daß es die Feier eines ſolchen Tages entwürdigen hieße, wollte man ihn einem Dyuell weihen.“
„Es iſt wahr,“— fügte Amenzaga hinzu,— „man muß die Sache verſchieben. Wir, mein Herr, wir ſind Chriſten.“ 6
„Was ſoll das heißen?“— frug heftig der Vi⸗ comte.—„Haltet Ihr denn in Eurem Spanien den Zweikampf für ein Vergnügen? Alle Teufel, ſo weit haben wir's in Frankreich noch nicht gebracht, wenn es auch nicht erlaubt iſt, den Charfreitag zum Tanz und in das Theater zu gehen, ſo meine ich doch, man könnte zum Sterben gar keinen beſſeren Tag wählen. Wer weiß ob dies Schickſal nicht heute noch Einen von uns dreien trifft? Beruhigt Euch daher, Herr Marquis, iſt's Sünde, nehme ich ſie auf mich. Eine


