28
.
durchblitzt— entblößen alle Gegenwärtigen in tiefer Ehrerbietung ihre Häupter. Ja!— o des Unerhörten! die Granden ſelbſt vergeſſen die heiligen Vorrechte ihres Ranges und verharren unbedeckt.“
„Allein ruhig, in mitten des allgemeinen Schwin⸗ dels, will ich dem ehrwürdigen Herkommen meiner Väter treu bleiben; aber da ruft es aus zwanzig Keh⸗ len: Hut nieder!— den Hut ab!“ und ehe ich noch Zeit habe zu mir ſelbſt zu kommen; finde auch ich mich unbedeckt— ich— der ich bis dahin nur vor Gott mein Haupt entblößt. Zu gleicher Zeit— noch iſt mir's wie im Traume— zu gleicher Zeit ſchallen die Worte in mein Ohr:„Willkommen Mar⸗ quis von Santa⸗Cruz, es freut mich Euch un⸗ ter der Zahl meiner Höflinge zu ſehen.“— Aber!— dieſe Worte richtete der König nicht an mich! auch nicht die Königin! ſondern ein mir unbekanntes weib⸗ liches Weſen.“ N
„Erſtaunt rufe ich: Der König erwartet mich, er ließ mir ſagen, daß er mich empfangen wolle.... wo iſt der König? ich will den König ſprechen!— „Der König vermag Euch heute nicht anzunehmen“ — entgegnete mit einem ſcharf charakteriſirenden fran⸗
zöſiſchen Accent ein unbedeutender Menſch, der ſich,
wie ich ſpäter erfuhr, von Aubigny nennt;—


