Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1849)
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Ludwig antwortete:Sie ſterbe den Tod meines Bruders.

Wenige Tage darauf fand man Johanna in ihrem Bett mit derſelben Schnur erdroſſelt, die einſt Andreas das Leben genommen.

So endete Johanna I., Königin von Neapel, ihr vielbewegtes Leben, an welches fluchend und rache⸗ bringend der Schatten Conradin's des Hohenſtau⸗ fen gefeſſelt ſchien, dem einſt ihr Ahnherr Reich und Leben geraubt. Aber groß und erhaben ſteht ſie da, mit⸗ ten in allen den Stürmen, Kämpfen und Mißgeſchicken; weit entfernt durch Laſterhaftigkeit und Tyrannei die Welt das entgelten zu laſſen, was ihr von dem Schick⸗ ſal zu tragen beſtimmt war. Die Verbrechen, die man ihr aufbürdete, find von den Creaturen Urban's VI. und Ludwig's von Ungarn erdichtet, und ſelbſt ihre Gegner: Froiſſard, Brantome, Coſto, Colenuccio, Rai⸗ naldo, Spontano u. A. m. vermögen keine der gegen ſie erhobenen Anklagen zu beweiſen, während Conſtanzo, Summonte, und vor allen Giannone, Johanna in dem hellen Sonnenlichte der Wahrheit als einen der ſchönſten und größten weiblichen Charaktere zeichnen, die ie gelebt und regiert.