Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1849)
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Jetzt drohte mit einemmale wieder ein blutiger Krieg, jetzt ſtanden die Dinge wieder in ihren urſprünglichen Verhältniſſen, nur drohender durch den Rang und Titel, welchen Carl trug. Wirklich traf auch bald die Nach⸗ richt in Neapel ein: der junge Herzog ſei uneinge⸗ denk aller der Wohlthaten, welche Johanna auf ihn ge⸗ häuft bereit, der Einladung des Papſtes zu folgen.

Neue Rüſtungen, neue Anſtrengungen waren nöthig, und neuerdings legte der Staatsrath der Königin die Bitte vor, ſich im Intereſſe des Reichs und ihrer eigenen Sicherheit, noch einmal zu vermählen. Die Königin ſah ein, daß, trotz ihrem Widerwillen, ihr kaum ein anderes Rettungsmittel bleibe, und der Wunſch der Wittwe den Pflichten der Herrſcherin weichen müſſe. Da ſie aber bei dieſer neuen Vermählung auch nur das Beſte des Lan⸗ des im Auge hatte, wählte ſie einen Mann, der kräftig

genug war, daſſelbe zu ſchützen. Es war dies Otto, ein Prinz von Braunſchweig; zwar ein älterer Mann als ſie, aber berühmt durch ſeine Weisheit und Tapferkeit.

Die Armee dem Befehle und der Einſicht Otto's ver⸗ trauend, unterließ aber nun Johanna auch nicht den Re⸗ geln der Politik Genüge zu leiſten. Da das Benehmen des Thronfolgers mehr als zweifelhaft war Otto