Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1849)
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beunruhigen. Kannte doch Johanna die Geſinnungen Ludwig's zu gut, um nicht fürchten zu müſſen, daß dieſer ſeinen ganzen Haß gegen ſie auf den jungen, leicht zu bethörenden Mann übertrage. Wie gefährlich aber konnte ihr Carl⸗dann werden, wenn er mit der Macht gegen ſie heranzog, die ſchon einmal Neapel erobert, und mit dieſer noch den großen Vortheil verband, den ihm ſein Recht als Thronfolger gab.

Noch überlegte die Regentin, wie dieſem Uebel abzu⸗ helfen ſei, als ſich auch ſchon wieder ein anderes zeigte. Der mächtige alte Fürſt von Taranto, in ſeinem Ueber⸗ muthe die Geſetze nicht achtend, brach den Frieden; wurde dafür von Johanna, nachdem alle gütlichen Verſuche, ihn in die Schranken des Rechts zu weiſen, vergeblich waren, gezüchtigt, und floh endlich, tödtlichen Groll im Herzen, zu dem Papſte. Hier nun war des Alten hauptſächliches Geſchäft, den heiligen Vater mit Jo⸗ hanna zu verfeinden, und dies gelang dem ſchlauen Italiener auch ſo vortrefflich, daß ſich Urb an IV. zu einem offenen Bruch mit der Herrſcherin Neapel's verleiten ließ. Ja der Papſt ging ſo weit, Carlvon Durazzo einzuladen: ſeine Anſprüche auf die Krone geltend zu machen.