Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1849)
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Dabei war ſie unbefangen und natürlich, und Coketterie und Verſtellungskünſte waren ihr durchaus fremd.

Die große Haushaltung, der ſie nun vorzuſtehen hatte, gab ihr Gelegenheit genug ihr Talent als Wirthſchafterin zu beurkunden, und ehe noch vierzehn Tage, von ihrer Ankunft an, verfloſſen, war es, als ob ſie ſeit Jahren derſelben vorgeſtanden. Aber Hannchen war auch mit Tagesanbruch auf den Beinen, und ſtets ſelbſt an allen Ecken und Enden. Ihr Beiſpiel ermunterte die beſſeren und beſchämte die ſchlechten Dienſtboten; wo es nicht recht fort wollte griff ſie ſelbſt mit an, und was ſie befahl, ſagte ſie freundlich und mit Güte. So kam es denn, daß ein ganz anderes Leben in dem großen Gaſthofe erwachte, und der Ruf desEuropäiſchen Hofes in kurzer Zeit noch gewaltig zunahm.

Der dicke Engelbert war ganz ſelig, und wenn er, ſeiner Gewohnheit nach, zu klagen anfing, durfte Doktor Campius nur den Namen: Hannchen! nen⸗ nen, und Engelbert ſchwieg, und ein behagliches Schmunzeln des ſchwammigen Geſichtes verdrängte die düſteren Falten.

Die große Wirthſchaft ließ wenig freie Augenblicke übrig; wenn aber in den Nachmittagsſtunden oder an den