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Der Herrſcher Kaſchmir's fuhr entſetzt aus den Armen der jungen Gattin empor, die er ſeit wenigen Wochen ſein nannte und welche ihn durch ihre treue und feurige Liebe zum glücklichſten der Sterblichen gemacht. Doch traf ihn die unheilſchwere Botſchaft nicht unvorbe⸗ reitet. Klugheit hatte ihn vermocht, auf Bhawalpura's Ausſpruch hin, eine kleine Armee zu werben und zu orga⸗ niſiren. Sobald er daher Gewißheit über den, an ſeinem Bru⸗ der verübten Mord hatte, riß er ſich aus den Armen der Liebe, ſtellte ſich an die Spitze des kampfluſtigen Heeres und brach wie ein reißender Bergſtrom in die Länder M ahmud's.
Der Beherrſcher Kabul's folgte ſofort dem Schlacht⸗ rufe. Aber ſonderbar!— War es ein Zauber, der Azim's Waffen führte?— Kämpften unſichtbare Mächte in ſeinen Schlachtreihen? Oder pflückte ſeine eigene und die Tapfer⸗ keit ſeines kleinen Heeres ſo ſtrahlende Lorbeeren?— Azim ſchlug mit zwei tauſend Mann, den Beherrſcher Afgha⸗ niſtan's mit einer Armee von vier und zwanzig Tau⸗ ſend bei Horat ſo entſchieden auf das Haupt, daß Reich und Krone für Mahmud aufewig verloren waren. Den Sieg völlig zu krönen, ſtürzte ſich der Vernichtete auf der Flucht in ſein Schwert und hauchte unter Qualen ſein verruchtes Leben aus.


