Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1849)
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Schah Schudſcha, der von jeher mit Rundſchit Sing im beſten Einverſtändniß gelebt, fand um ſo we⸗ niger einen Grund, dieſer Einladung zu mißtrauen; als er wußte, daß die Herrſcher von Kabul und Sbre Todfeinde waren.

Selbſt die kluge und ſonſt immer ſo vorſichtige Be⸗ guma wandte gegen dieſes Vorhaben nichts ein und ſo flüchtete der unglückliche König nebſt ſeinem Weibe, ſeiner Tochter undKoh- ienoor in das Land der fünf Flüſſe. Gendſchab.)

Aber Allah allein durchſchaut die Herzen der Men⸗ ſchen! und Habſucht iſt ein gefräßiges Thier, das ſelbſt Rechtlichkeit und Freundſchaft verſchlingt!

Rundſchit Sing wußte, daß ſein Standesgenoſſe, ſelbſt in ſeinem bitteren Elende, noch den unſchätzbaren DiamantenKoh-i-noor beſaß. Grund genug, den vom Glück Verlaſſenen an ſich zu locken, um ihn dann auf ſchändliche Weiſe zu berauben.

Der Empfang an dem Hofe von Lahore entſprach vollkommen den kühnſten Hoffnungen der Flüchtlinge. Rundſchit räumte dem Fürſten und ſeiner Familie ein prächtiges Lokal ein, bewirthete und beſchenkie ſie reich⸗

lich; unterließ aber dabei nicht, durch geheime Späher 18